Die Erweiterung des Sekundarschulhauses von Mäder + Brüggemann (1964–1967) führt dessen tragendes Prinzip konsequent weiter: eigenständige Baukörper entlang eines überdachten Weges bilden ein zusammenhängendes Ensemble, verankert im Landschaftsraum. Statt eines Neubaus für alle neuen Klassen setzt der Entwurf bewusst auf Verdichtung im Bestand – zugunsten von Ressourcenschonung und der Weiterentwicklung der bestehenden Qualitäten. Die Schultrakte werden punktuell ergänzt und aufgestockt, im Norden schliesst eine neue, teils ins Terrain eingebettete Turnhalle die Komposition ab. Ein neuer Patio etabliert eine zweite Mitte, ein Zugang über die Schäfereistrasse verankert die Anlage stärker im Quartier. Die additive Klarheit des Bestands bleibt als kohärentes „Baumdiagramm" lesbar; neue Räume fügen sich mit kontrollierten Fassadenlängen zurückhaltend ein.
Die Umgebungsgestaltung übersetzt die feingliedrige Bestandessprache in die Gegenwart: Freiraumachse, Ankunftsplatz, Entsiegelung und ein klimaresilientes, artenreiches Vegetationskonzept stärken Aufenthaltsqualität und Ökologie. Konstruktiv werden die Erweiterungen in Holzbauweise mit sichtbarer Struktur realisiert – Rippendecken bei den Schultrakten, eine Holz-Beton-Verbunddecke bei der Turnhalle. Die neuen Fassaden aus rohem Aluminiumblech knüpfen farblich an die bestehende Blechfassade an, bleiben aber subtil unterscheidbar. Die Umsetzung erfolgt etappiert bei laufendem Schulbetrieb, wobei Alt und Neu zu einem stimmigen Ganzen verschmelzen.
Verfahren: Projektwettbewerb im selektiven Verfahren
Auftraggeber: Gemeinde Zollikofen
Architekt: wahlirüefli Architekten SIA, Biel
In Zusammenarbeit mit rollimarchini Architekten, Bern
Landschaftsarchitektur: Hänggi Basler Landschaftsarchitektur GmbH, Bern
Bauingenieur: Baukonstrukt AG, Biel